Biographien | Story-Outlines

Saison IV (2013)

Abidin Ertugrul

AbidinErtugrulKurzbiographie: Geboren in 1954 in Antakya, Süd-Türkei. Auf Grund des Offiziers-Berufs seines Vaters wächst er in verschiedenen Orten des Landes auf. Später studiert er Chemie in Ankara. Seit Beginn seines Studiums war er in anti-faschistischen politischen Bewegungen tätig und arbeitete in diversen Gewerkschaften und politischen Organisationen mit. Nach dem Militärputsch 1980 folgt die unfreiwillige Auswanderung nach Österreich. Wie alle unfreiwilligen Auswanderer tut er alles, um in Wien zu überleben: 1985 fängt er an als Touristiker zu arbeiten, um die Welt besser kennen zu lernen. In diesem Job ist er primär in Portugal tätig. 

Seit Oktober 2012 ist er wieder Student, um sich einen Lebenstraum zu erfüllen: Abidin lernt Agrarwissenschaft an der BOKU in Wien und produziert sein eigenes Olivenöl an der türkisch-syrischen Grenze.

Daneben nimmt er sich nun auch die Zeit für seine zweite große Leidenschaft: Das Schreiben.

Abidins Geschichte „Wenn ich schweige...“

Der 30-jährige Architekt Özgür trifft beim Begräbnis seines Vaters auf Serap, eine charismatische Frau, die eine Schulfreundin seiner Mutter ist. Von ihr erfährt er, dass seine Mutter und sein Vater nicht seine leiblichen Eltern sind. Seine biologische Mutter wurde, als sie schwanger war, durch das Militärregime des „12. September“  inhaftiert und nach langer Folter, kurz vor der Geburt, ins Gefängnis gebracht. Dort hat sie ihr Kind Özgür auf die Welt gebracht, kurz bevor sie dann den Folgen der brutalen Folter erlag und verstarb. Die Widerstandskampfgenossinnen seiner leiblichen Mutter haben daraufhin beschlossen, dass die Erste, die das Gefängnis verlässt, das Kind mitnimmt und adoptiert. Diese Frau war Asli, die Özgür bis dato für seine Mutter hielt.

Bald darauf findet Özgür heraus, dass sein leiblicher Vater noch am Leben sein muss. Für Özgür beginnt nun eine abenteuerliche und zusehends gefährlichere Suche nach diesem Mann – und einer vertuschten Vergangenheit, die nicht nur die seiner Familie, sondern eines ganzen Landes ist.

Aleksandar Petrovic / Arman T. Riahi / Faris Endris Rahoma

AleksandarPetrovicKurzbiographie Aleksandar Petrovic (Schauspieler, Autor): wurde 1976 in Wien geboren. Seine erste Filmrolle spielte Petrovic im Kurzfilm „Skrypt“ von Peter Koller, der ihn ein Jahr später auch für die Hauptrolle seines ersten abendfüllenden Spielfilms „Auf bösem Boden“ engagierte. Diese Rolle brachte Petrovic eine lobende Erwähnung am Filmfestival Buenos Aires ein. Petrovic spielte seither in Kurzfilmen und TV-Serien wie beispielsweise „CopStories“ (ORF, Gebhardt Productions) oder Peter Hackers „Drago“. 2011 entwickelte Petrovic gemeinsam mit Arman T. Riahi und Faris Endris Rahoma die Fernsehserie „Neue Wiener“, aus der die Grundidee zu „Die Migrantigen“ entstand.

riahiKurzbiographie Arman T. Riahi (Regisseur, Autor): wurde 1981 im Iran geboren und ist in Wien aufgewachsen. Seit 2005 arbeitet Riahi als freier Regisseur und Autor für Fernsehen und Kino. Dabei entstanden u.a. einige Folgen für die TV-Dokumentarfilmreihe „Momentum – What drives you“ sowie die 5-teilige TV-Doku „Africa Race“ (2013). „Schwarzkopf“, Riahis erster Kinodokumentarfilm, gewann den Publikumspreis der Diagonale 2011 sowie den Special Jury Mention Award beim Beirut International Film Festival. Sein erster, gemeinsam mit Bruder Arash inszenierter Dokumentarfilm „Everyday Rebellion“ hat im Wettbewerb des Copenhagen International Documentary Film Festivals 2013 Premiere.

 

 

rahomaKurzbiographie Faris Endris Rahoma (Schauspieler, Autor): wurde 1975 in der Steiermark geboren. Rahoma spielte bereits als Kind Theater und absolvierte 1995 das Prayner Konservatorium im Fach Schauspiel mit Auszeichnung. Er spielte seither in internationalen TV- und Kinofilmen wie beispielsweise Youssef Cahine’s „El Massir“ (Ägypten), das mit der Palme des Herzens am 50. Cannes Film Festival ausgezeichnet wurde, sowie in österreichischen Produktionen wie „Nacktschnecken“ (Michael Glawogger) oder „Zweisitzrakete“ (Hans Hofer), aber auch internationalen Theaterproduktionen wie Paul Schraders „Cleopatra Club“. 2011 entwickelte er mit Arman T. Riahi und Aleksandar Petrovic die TV-Serie „Neue Wiener“.

Aleksandars, Faris' und Armans Geschichte „Die Migrantigen“:

Marko und Fadi, zwei typische Wiener Slacker aus Gastarbeiterfamilien, sind perfekt „integriert“ – so sehr, dass sie kaum mehr als fremd wahrgenommen werden.

Als die beiden eines Tages aufgrund einer Verwechslung für einen Kinofilm gecastet werden, der schwere Migrationsschicksale thematisiert, geben sie vor, zu sein, was sie nicht sind: ungehobelte, gefährliche Kerle aus den Wiener Migrantenbezirken, die mehr Zeit im Park verbracht haben als im Klassenzimmer.

Damit ihre Lüge nicht auffliegt, bauen sie sich eine Vergangenheit, die aus den Geschichten anderer besteht. Marko und Fadi setzen sich mit den scheinbar „gescheiterten“ Integrationsschicksalen auseinander, während der Film größer und größer wird und sich die Schlinge um ihren Hals immer enger zuzieht... Eine politisch unkorrekte Komödie über moderne Klischees, falsche Identitäten und die „echten“ Ausländer.

Alexandra Makarová

AlexandraMakarovaKurzbiographie: Die Geschichte meiner Geburt 1985 in Košice (Slowakei) kann ich mir jedes Jahr am 27. Dezember von neuem anhören. Dass der zuständige Arzt, trotz Bestechung durch meine Großeltern nicht anwesend war. Er hat zu viel Slivovica getrunken. Dass meine damals 19-jährige Mutter vier Tage nach meiner Geburt verblutet wäre, hätte sie die Putzfrau nicht gefunden. Immerhin war Silvester und das ganze Krankenhaus hat gefeiert. Während dem Sozialismus nichts Außergewöhnliches. Mutter studiert in Bratislava, ich wachse am anderen Ende der Slowakei bei meinen Großeltern  auf. Sechs Jahre später ziehen meine Mutter und ich nach Wien, wo sie an der Angewandten Malerei studiert.

Als Kind einer alleinerziehenden jungen Mutter, nimmt sie mich Abends oft auf die Angewandte und Parties mit, wo ich umgeben von wilden, verrückten und teils wahnsinnigen Künstlern  langsam langsam Deutsch lerne.

Eigentlich hat alles im Alter von 7 mit  dem Soundtrack von „Der letzte Kaiser“ begonnen. Alleine zu Hause- in meiner eigenen Welt- spiele ich meine Variante des Films nach, je nachdem wie dramatisch oder lieblich die Musik gerade ist, „verliebe“ ich mich in den Kaiser von China oder „sterbe“ am Wohnzimmerboden.

 Auf der Schreibmaschine meines Großvaters schreibe ich Gruselgeschichten für die Schülerzeitung und verliebe mich immer mehr in Film. Eine Welt zu erschaffen, Gefühle zu zeigen die ich kenne  und von Dingen zu erzählen die mich bewegen, ist einfach der Wahnsinn. Ob du jetzt als Zuschauer Teil einer Geschichte wirst, oder als Autor. Quasi Gott sein für die Länge eines Films.  Geschichten zu erzählen, das ist es was ich will. Film, ist dabei einfach das Medium was ich gewählt habe, weil Bilder zu erzeugen für mich die größte Kraft hat.

Die Fragen, „Wo gehöre ich hin?“ oder „ Slowakin oder Wienerin?“, stelle ich mir schon gar nicht mehr. Viel mehr sehe ich mich als Europäerin, egal was für Schweine wir Europäer waren oder sind- ich liebe Europa.

Seit 2008 studiere ich Regie und Produktion am Filmcollege Wien. Nach Übungen und diversen kleineren Projekten, war ich mit meinem letzten Kurzfilm beim Max Ophüls Preis in Saarbrücken. Zur Zeit befindet sich mein letzter Kurzfilm „Sola“ in Postproduktion.

Alexandras Geschichte „In den Westen“:

Wien 1985. Masha (26) eine aufstrebende ukrainische Kunststudentin, ist vor Jahren gemeinsam mit ihrer Tochter Yulia (8) in den Westen geflüchtet. Sie lebt seit einiger Zeit mit Wolfgang (30) einem Mathematiklehrer zusammen in Wien. Wolfgang liebt sie abgöttisch und kann sich kein Leben ohne die beiden mehr vorstellen. Er weiß nicht all zu viel aus Mascha's Vergangenheit, akzeptiert jedoch diese Tatsache.
Ein Anruf von Maschas Großmutter aus der Ukraine ändert ihr Leben schlagartig. Andrej (27)- Yulias leiblicher Vater- hat Leukämie und liegt im Sterben. Masha ist völlig aufgelöst und Wolfgang dringt erstmals tiefer in ihre Vergangenheit ein. Langsam erfährt Wolfgang, dass Masha mit Andrej verheiratet ist und Yulia nicht das Produkt einer flüchtigen Affäre ist. Andrej war es, der Masha zum Auswandern gedrängt hat um für Mutter und Kind ein besseres Leben im Westen zu gewährleisten.
In seinem Vertrauen gekränkt, kommt es zu einer heftigen Diskussion. Nach einigen Tagen Funkstille beschließen sie gemeinsam in die Ukraine zu fahren. Sie einigen sich auf eine Standesamtliche Hochzeit, sodass Masha wieder nach Österreich zurückreisen kann.
In der Ukraine angekommen sieht Yulia ihren Vater zum ersten Mal und ist verwirrt. Ihre Beziehung zu Wolfgang ist stark und sie weiß nicht wie sie sich verhalten soll. Wolfgang beobachtet im Krankenhaus wie Masha Andrej ansieht und merkt, dass sie Andrej immer noch liebt. Er entdeckt, dass er Mascha gar nicht so gut kennt wie er dachte...

Anat Stainberg

AnatStainbergKurzbiographie: Born in the Middle East in the early 70ies to a hippie mom and an army general dad. On the stages since age 14. 1992 tries to expend horizons; Tel Aviv University, African studies. 1995 back to acting. BA. Works as an actress. Loves to be on set. TV productions, films, theater. All the while secretly writing poetry. Last role as an actress: the sheep in George Orwell’s Animal Farm. A theater production for children. Woolen white costume in a steamy summer. That was it. 2002 moves to Europe. Gets a Masters degree in performance (DasArts.nl) in Amsterdam. Works as an independent performance artist. Shows work in many visual art and performance venues. Travels a lot. 2007 Moves to Vienna. Love. Kids. Still makes performances. Co-produced mainly by brut Wien. Kindly supported by the local funding institutions. Makes videos, performances and music, writes lyrics prose and suddenly a script. http://anat.klingt.org/


Anats Geschichte “A Box Story”:


Martin (39) is a divorced Austrian lawyer with a troubled teenage daughter. One day he learns that his father had left a box containing family memorabilia from WW2 to a married Israeli woman called Tamar (40). Tamar, an acquaintance of the family, asks Martin to fulfill his father’s last wish: to take the box and ‘take care of it’. Disturbed by the arrival of the box to his life, he does his best to not get involved and still be able to consider himself a ‘good man’. But he becomes more and more mixed up in the efforts to find the right owners of the box’s content. And more and more drawn to Tamar, as on top of her charm he secretly hopes she will redeem his guilt.

BOX STORY (temp title) takes place in Upper Austria and will speak the local dialect.

Dániel Béres

DanielBeresKurzbiographie: 

Dániel Béres wurde 1975 in Budapest geboren. Er hat Mathematik, Dänisch und Film studiert. Währenddessen versuchte er, eher wenig erfolgreich, erwachsen zu werden. Nur das Mathematik-Studium schloss er ab.

Im Jahr 1998/1999 hat er in Großbritannien gewohnt und ist bis heute von dieser Erfahrung traumatisiert. Als Therapie fing er an Filme zu drehen. Einer handelt von Interrail-Reisenden durch Europa („Off weg go!“), einer spielt in einem Lift („Paternoster“), einer auf den Feröer-Inseln („Supper in the North Atlantic“), einer bei der Berliner Mauer („Mortar“) und der jüngste handelt von Zombies in Sarajevo („Waiting“). Er hat sogar eine 17-minütige Adaption von Dostojevskis "Der Idiot" geschrieben und inszeniert. Alle wurden bei internationalen Filmfestivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. 2006 hat er das Nipkow-Programm-Stipendium erhalten und konnte in diesem Rahmen ein Jahr in Berlin wohnen um dort ein Drehbuch für einen Spielfilm zu entwickeln.

Er hat als Mathematiklehrer und Filmjournalist gearbeitet, Tanz-Vorstellungen gedreht und Musikvideos geschnitten.

Er sucht immer neue Wege Geschichten zu erzählen, meistens bedient er sich dabei mathematischer Ideen und Strukturen. „Softer“ ist ein Beispiel für solch eine Dramaturgie.



Dániels Geschichte “Softer”:

Softer erzählt drei Tage im Leben von Erik, einem erfolgreichen Nachwuchsschauspieler, der den Versuchungen seiner Profession – Frauen und Berühmtheit – nicht widerstehen kann. Er versucht, so gut er kann, seinen beruflichen Werten und auch seiner Ehefrau gegenüber treu zu bleiben. Tief im Inneren verlangt er aber nach etwas anderem und deshalb scheitert er in beidem. Er macht den fatalen Fehler und betrügt seine Frau am Abend des ersten Drehtags zu seinem neuen Film. Aus unerklärlichen Gründen wird er plötzlich in der fiktiven Welt des Films gefangen. Er versucht sich während des ganzen zweiten Tages von dieser nicht sehr gut geschriebenen künstlichen Welt zu befreien.  Schließlich schläft er aber wieder mit der falschen Person und befindet sich am Morgen des dritten Tages in der Welt des Theaterstücks, in dem er auch die Hauptrolle spielt. Jetzt versteht er, dass Sex der magische Grund ist, wieso er von einer Welt in die andere geworfen wird; Er vermutet nun eine Lösung: Sex mit seiner Ehefrau könnte vielleicht den Fluch durchbrechen. Verführung kreuzt aber ein weiteres Mal seinen Weg – unerwartet, auf der Bühne, während der Vorstellung – und Erik ist zum letzten Mal zu schwach, um ihr zu widerstehen.

Dinko Draganovic

DinkoDraganovicKurzbiographie:
12    Jahre vor dem Millennium geboren
3      ein Halb Kilogramm schwer
1      unnötiger Krieg in meiner Heimat
6      Stunden Fahrt mit dem UN-Transport
2      Jahrzehnte in Österreich
19    Monate im Kindergarten
4      Jahre in der Volksschule
2      Turnstunden pro Woche im Gymnasium
1      Matura an der Höheren Technischen Lehranstalt
9      Monate im Kindergarten als Zivildiener
1      Season in der Basketball Bundesliga
770  Millisekunden langes Blinzeln im Foto
10    Semester Kunstuniversität
1      Master of Arts, heuer noch, versprochen
7      Musikvideos produziert
3      Kurzfilme gedreht
15    Festivalauftritte im vorigen Jahr
16    Jobs als Regisseur und Regieassistent
117  Überstunden im Sommer geschoben
1      Idee für Diverse Geschichten
0      verlorene Nerven, bis jetzt
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1000    Gründe die Synopsis zu lesen

Dinkos Geschichte „Malo Morgen“

Judith bekommt einen neuen Job und findet keine Zeit mehr, sich um ihren Schwiegervater Asim zu kümmern. Bis er eine freie Stelle im Altersheim bekommt, soll sich ihr Sohn Erwin um ihn sorgen. Den 17-Jährigen stört die Tatsache, dass er ab jetzt fast jeden Tag mit seinem Opa verbringen muss. Als der Alte ihn anstatt der gewohnten Moscheebesuche jedoch in ein Laufhaus führt und auch sonst ganz und gar nicht Erwins Erwartungen entspricht, beginnt er ihm sympathisch zu werden.

Jasmina Hajdany

Jasmina HajdanyKurzbiographie: Geboren in Wien und aufgewachsen in einer österreichisch-ungarischen Musikerfamilie in Klagenfurt, geigt sich Jasmina bereits mit 7 Jahren in die Herzen des Publikums. Als Teenager bekommt die Geige durch ihre erste Videokamera starke Konkurrenz. Erste Filme entstehen im Geheimen. Das jahrelange Üben führt unweigerlich zum Violin- und Violastudium an der Universität für Musik und darstellenden Kunst in Wien. Wegen chronischer Unterforderung absolviert sie zeitgleich das Kolleg für audiovisuelle Medien an der Graphischen/Wien. Ihr Diplomfilm „Doch wenn es Abend wird“ nimmt an diversen Filmfestivals teil und wird mit Preisen gewürdigt. Es folgen Auftragsarbeiten für die Wiener Festwochen, Bregenzer Festspiele, Universal Music London uvm. Experimentelle und spartenübergreifende Inszenierungen entstehen.Als Regieassistentin arbeitet Jasmina bei internationalen Kurz- und Spielfilmproduktionen mit. Beim Historienspektakel Ludwig II. steht sie Wagner & Co ebenfalls musikberatend zur Seite. 2011 absolviert sie dank eines Stipendiums die Ausbildung zur Drehbuchautorin an der Skriptakademie Berlin. 
Mit ihrem verfassten Spielfilm Drehbuch „Klang der Freiheit“ bei DG IV wird sie in das Stoffentwicklungsprogramm Babylon (London/Wien) aufgenommen und im Zuge dessen als Teilnehmerin beim Marché du Film in Cannes 2014 akkreditiert. Jasmina lebt und arbeitet als freischaffende Filmemacherin in Wien und Berlin.


Die Geschichte „Klang der Freiheit“

Pressburg 1968. Joscha (22), Musiker, ist ehrgeizig und bereit, sämtliche Bäume der Welt auszureißen. Dafür mangelt es ihm nicht an Kraft, im sozialistischen Regime jedoch an Möglichkeiten und Perspektiven.

Nach einer durchzechten Nacht findet er sich im Panzer-besetzten Pressburg wieder. Joscha flüchtet ins nahegelegene Wien. Die einflussreiche Rosa (47) nimmt Joscha auf, umsorgt ihn und führt ihn in die Gesellschaft ein. Als Gegenleistung beginnt er für sie zu arbeiten. Ein unseliges Abhängigkeitsverhältnis entwickelt sich. Eine Sehnenscheidenentzündung gefährdet seine Musikerkarriere. Joschas Frustration steigt ins Unermessliche. Er beginnt Rosa sexuell zu unterwerfen.

Als Rosa ihre früheren, nationalsozialistischen Verbindungen nützt, um Joscha ein gültiges Visum zu verschaffen, kommt es zum Bruch. Joscha sucht sich eine neue Bleibe und will mit Rosa nichts mehr zu tun haben. Doch er schafft es nicht, sich aus ihrer Umklammerung zu lösen.

Matthias Zuder / Sabrina Reiter

MatthiasZuderMatthias Zuder

Kurzbiographie:
Matthias kam in der Steiermark zur Welt und lebte dort gut zwanzig Jahre, in denen sich seine Faszination für das Erzählen entwickelte. Mit 19 begann er ein Rechtswissenschafftsstudium und brach dieses nach zwei Jahren ab, um Filme zu machen: Zuerst ganz alleine, dann als Runner und Fahrer bei diversen TV-Produktionen; Etwas später dann mit dem Support von diversen Filmförderungseinrichtungen. 2008 zog er nach Wien um seine Ahnung zu erweitern, und diverse Kurzfilme und Musikvideos zu verwirklichen. Von dort aus führte sein Weg weiter nach Hamburg, wo er auf der Hamburg Media School Regie studierte, und im Herbst 2012 abschloss. Seine Kurzfilme liefen auf einigen internationalen Filmfestivals, zuletzt in den Wettbewerben des Max-Ophüls-Preis und Clermont-Ferrand 2013. Auch auf der diesjährigen Diagonale werden wieder zwei Filme von ihm zu sehen sein.  
Als Co-Autor von „Frieda & Frank“ möchte er das Projekt vom ersten Herzschlag an begleiten um später die Regie übernehmen zu können: selbsterklärend - mit seiner Ko-Autorin Sabrina in der Hauptrolle.

SabrinaReiterSabrina Reiter

Kurzbiographie:
Sabrina wurde 1983 in Klagenfurt geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in weiterer Folge aber in Salzburg, wo sie auch die Lehre zur Zahnarzthelferin absolvierte. Durch ein Casting, dass ihr die Hauptrolle im Kinofilm „In 3 Tagen bist du tot“ bescherte, gelang ihr 2005 schlagartig der erfolgreiche Schritt in die Filmbranche: Im Folgejahr wurde sie als „Beste Filmdebütantin“ und mit dem „Publikumspreis“ des „Undine Awards“ ausgezeichnet, 2007 auf der Berlinale in der Reihe „Shooting Star“ des österreichischen Films präsentiert. Sabrina zog nach Wien, und arbeitete bis 2008 parallel zu weiteren Schauspielengagements als Jr. Sales Managerin bei einem österreichischen Unternehmen. Seitdem arbeitet sie immer wieder als Schauspielerin in TV- und Kinoproduktionen; zuletzt in „Spuren des Bösen“ und „Braunschlag“. Seit 2009 schreibt Sabrina auch an eigenen Drehbüchern; gerade im Herbst 2012 wurde ihr Drehbuch-Debüt „AMNESIAC“, dass sie als Co-Autorin mitverfasst, vom Österreichischen Filminstitut in der Drehbuchentwicklung gefördert. Über die Zusage seitens „Diverse Geschichten IV“ freut sie sich ganz besonders. Ihre Idee zu „Frieda & Frank“ existiert bereits länger, und ist mittlerweile zu einer echten Herzensangelgenheit geworden.

Die Geschichte „Frieda & Frank“ (AT)
Frieda (29) entführt mit der Hilfe ihres Lebensgefährten Frank (31) ihre Tochter Rosalie (6), die sich seit ihrem ersten Lebensjahr in der alleinigen Obsorge des Vaters befindet. Gemeinsam wollen sie es von Österreich nach Georgien schaffen, um dort eine neue Existenz als Familie aufzubauen. Die finanzielle Basis für die Zukunft soll durch einen Bankraub hergestellt werden. Die ersten Hindernisse werden erstaunlich leicht überwunden, doch die Flucht wird zur Zerreißprobe für die ohnehin so fragile Patchwork-Familie...

Sinisa Vidovic

SinisaVidovicKurzgiographie: Sinisa Vidovic wurde 1979 in Rijeka, Kroatien geboren. Seit ungefähr 20 Jahren lebt er in Österreich (Linz). Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Sinisa studierte Film und Video an der Kunstuniversität Linz. Mit seinem Diplomfilm „Tata Morgana“ besuchte er mehrere Filmfestivals (Max Ophüls, Moskau, Washington D.C) und gewann zahlreiche Preise, u.a. als bester österreichischer Studentenfilm des Jahres. Damit machte er in der österreichischen Filmlandschaft zum ersten Mal auf sich aufmerksam.
Kurze Zeit später wurde Sinisa von DOR Film kontaktiert, damit er seinen ersten Langfilm innerhalb dieser Produktionsfirma entwickelt. Das Projekt („DAS TIER“) befindet sich nun in der Drehbuch-Entwicklungsphase.

Sinisas Geschichte „Das Tier“:

Ein Mann Mitte dreißig, geboren und aufgewachsen in Österreich, die Eltern stammen aus Bosnien. Er hat in Wien Familie, Freunde und einen Job. Alles läuft wunderbar. Bis eines Tages sein Vater stirbt, mit dem er jahrelang keinen Kontakt hatte. Als er nach Bosnien fährt, um das Begräbnis zu organisieren, erfährt er, dass sein Vater ihm einen Stier hinterlassen hat. Aber nicht nur irgendeinen Stier, es ist der Champion der Korida, des traditionellen bosnischen Stierkampfs. Aber was macht man mit einem Stier? Er beschließt, den Stier zu verkaufen, ihn schlachten zu lassen. Doch je mehr er von der Welt der Korida erfährt, desto mehr fasziniert sie ihn. Ein Kampf ist zu Ende, wenn einer der Stiere wegläuft, zu diesen Veranstaltungen pilgern tausende Menschen aus Serbien, Kroatien und Bosnien, um ihre Superstars zu sehen.
Er lernt eine Welt kennen, die ihm völlig fremd ist und doch seine Wurzeln repräsentiert. Doch was ist mit seinem Leben in Österreich? Was ist mit seiner Frau, die plötzlich einen Mann mit einer neu-entdeckten Herkunft und Zugehörigkeit hat?

Das ist eine Film, der nicht nur alle Menschen mit Migrationshintergrund berührt, es ist vielmehr eine Suche nach der eigenen Identität, nach der Herkunft und der Zugehörigkeit, die alle Menschen angeht – egal, selbst wenn diese im bosnischen Stierkampf-Milieu erzählt wird.